Ratgeber LED-Lampe – Was bedeuten Lumen, Kelvin, Farbwiedergabeindex und Co?

LED-Lampen – Was bedeuten Lumen, Kelvin, Farbwiedergabeindex, Ra, Halbwertswinkel, E14, E27 und Co?

Begriffe und Leistungsdaten verständlich erklärt

Moderne LED-Lampen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie verbrauchen weniger Strom als herkömmliche Energiesparlampen, halten länger und erreichen sofort nach dem Einschalten ihre volle Leuchtkraft. Dieser LED-Ratgeber soll beim Kauf von LED-Lampen helfen. Die Bedeutung folgender Begriffe und Abkürzungen sollte jeder Verbraucher kennen:

1. Was bedeuten Lichtfarbe, Farbtemperatur und Kelvin?

LED-Lampen gibt es in drei unterschiedlichen Lichtfarben: Warmweiß, neutralweiß und kaltweiß. Die Lichtfarbe wird auch als Farbtemperatur bezeichnet und in der Maßeinheit Kelvin gemessen. Viele Hersteller geben nur noch die Kelvin-Leistung ihrer Lampen an, anstatt den Verbrauchern mit den Angaben: warmweiß, neutralweiß oder kaltweiß, eine klare Einschätzung der Lichtfarbe zu geben.
Deshalb ist es notwendig die Bedeutung der Kelvin-Leistung zu kennen.
Die gute alte Glühbirne leuchtete warmweiß mit bis zu 2700 Kelvin. Moderne LED- oder Energiesparlampen werden bis zu einer Farbtemperatur/Lichtfarbe von 3300 Kelvin als warmweiß bezeichnet. Zwischen 3300 und 5300 Kelvin liegt das neutralweiße Spektrum und ab 5300 Kelvin Farbtemperatur spricht man von kaltweißen Lampen.

2. Was bedeutet Lichtstrom bzw. Lumen?

Zu Zeiten der alten Glühbirne, konnte der Verbraucher die Helligkeit der Lampe einfach an der Wattzahl erkennen. Eine 60-Watt-Glühbirne war für normale Zwecke völlig ausreichend, nur wenn es richtig hell sein sollte, wurde eine 75 oder 100 Watt-Glühbirne installiert. Moderne LED und Energiesparlampen erreichen schon mit 4 bis 11 Watt die Helligkeit einer alten Glühbirne. Heutzutage entscheidet nicht mehr die Wattzahl, sondern der sogenannte Lichtstrom, wie viel Licht eine Lampe liefert. Der Lichtstrom wird in der Maßeinheit Lumen gemessen. Je höher die Lumenzahl, umso heller leuchtet die Lampe.
Für alle Verbraucher, die immer noch in Watt denken, gibt es eine Faustregel zur Einschätzung der Helligkeit einer Lampe: Die Wattzahl einer alten Glühbirne mal 10 genommen ergibt ihren Lichtstrom (die Helligkeit) in Lumen. Eine alte 60 Watt-Glühbirne hatte beispielsweise einen Lichtstrom von ca. 650 Lumen. Eine moderne LED-Lampe mit 650 Lumen, leuchtet demnach so hell wie eine alte 60-Watt-Glühbirne. Zur Umrechnung von Lumen in Watt habe ich hier eine hilfreiche Tabelle entworfen:

alte Glühbirne in Wattneue LED in Lumen
25 Wattentsprechen 180 bis 200 Lumen
40 Wattentsprechen 350 bis 390 Lumen
60 Wattentsprechen 590 bis 650 Lumen
75 Wattentsprechen 800 bis 890 Lumen
100 Wattentsprechen 1150 bis 1270 Lumen

3. Was bedeutet Farbwiedergabeindex bzw. Ra?

Die Abkürzung Ra steht für den so genannten Farbwiedergabeindex. Je höher der Farbwiedergabeindex umso natürlicher kommen die Farben der beleuchteten Umgebung zur Geltung. Das ist besonders wichtig an Stellen, wo wir auf eine unverfälschte und natürliche Farbwiedergabe angewiesen sind, beispielsweise vor dem Schminkspiegel, auf der Küchenarbeitsplatte oder dem Schreibtisch. Lampen mit einem Ra von mindestens 90 oder höher (der Farbwiedergabeindex geht bis 100) geben Farben wirklich natürlich wieder. Sie eignen sich auch zur Beleuchtung von Bildern und anderen farbigen Dekorationselementen.

4. Was bedeuten E14, E27, GU5.3, GU10, G9?

In privaten Haushalten kommen in der Regel LED-Birnen mit fünf verschieden Sockelgrößen zur Verwendung: E14 – E27 – GU5.3 – GU9 und G10.
Am häufigsten werden LEDs mit der Sockelgröße E27 eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen Schraubgewindesockel mit einem Durchmesser von 27 Millimetern, daher die Bezeichnung E27. LED-Birnen dieser Sockelgröße leuchten typischerweise in großen Decken- oder Stehlampen.
LEDs mit der Sockelgröße E14 haben einen kleinen Schraubgewindesockel mit einem Durchmesser von 14 Millimetern, daher die Bezeichnung E14. Sie kommen typischerweise in kleinen Lampen, beispielsweise in Nachttischlämpchen zum Einsatz. Die allseits bekannte Kerzenlampe verfügt in der Regel über einen E14 Sockel.
LEDs mit der Sockelgröße GU10 verfügen über einen kleinen Stecksockel mit zwei „Füßchen“ am Ende. LED-Birnen mit diesem Sockeltyp werden beispielsweise in Strahlern oder Spots verwandt.
LED-Birnen mit der Sockel GU5.3 verfügen über einen kleinen Stecksockel mit zwei kleinen Stiften am Ende. LEDs mit diesem Sockeltyp werden üblicherweise in Niedervoltsystemen mit 12-Volt-Trafo eingesetzt, beispielsweise in mehrteiligen Beleuchtungsystemen.

5. Was bedeutet die Anzahl der Schaltzyklen?

Die Anzahl der Schaltzyklen gibt an, wie oft man eine Glühbirne an- und ausknipsen kann, bevor sie den Geist aufgibt. LED-Birnen sind extrem schaltfest und langlebig, 100.000 Schaltzyklen ohne Defekt sind keine Seltenheit. So oft wird in privaten Haushalten keine Lampe ein- und ausgeschaltet. In der Praxis wird die Lebensdauer einer LED-Birne durch die Zahl der Betriebsstunden begrenzt und nicht durch die Schaltzyklen. Trotzdem sollte man gerade für den Flur oder das Badezimmer eine LED mit einer hohen Anzahl von Schaltzyklen wählen, da in diesen Räumen das Licht besonders häufig an- und ausgeknipst wird.

6. Was bedeutet die Lebensdauer?

Die alte traditionelle Glühbirne hatte häufig nur eine Lebensdauer von 1000 Stunden. Moderne LEDs halten dagegen oft 10.000 Stunden und mehr. Das sind ca. 10 Jahre bei einem täglichen Betrieb von drei Stunden. Die Angabe der Lebensdauer ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, tatsächlich beschreibt sie nämlich nur die Zeit nach der die Hälfte von 20 getestenen LED-Birnen nicht mehr funktioniert. Mit diesem Trick schrauben die Hersteller die deklarierte Lebensdauer künstlich nach oben. Merke: Nur die Hälfte aller LEDs erreicht die angegebene Lebensdauer, der Rest fällt vorher aus. Trotzdem halten LED länger als alle anderen Leuchtmittel auf dem Markt. Es lohnt sich auf LED umzurüsten.

7. Was bedeutet Zündzeit bzw. Aufwärmzeit?

Die Zündzeit beschreibt den Zeitraum, den eine Lampe vom Anschalten bis zum Aufleuchten benötigt. Die Aufwärmzeit beschreibt den Zeitraum, den sie vom Anschalten bis zum erreichen von 50  bis 80% ihre maximalen Lichtstromes benötigt. LED-Lampen reagieren sofort nach dem Anschalten und erreichen sofort ihre volle Leistung, deshalb sind Zündzeit und Aufwärmzeit beim Kauf von LED-Lampen zu vernachlässigen. Diese Leistungsdaten sind beispielsweise für den Kauf von herkömmlichen Energiersparlampen von Bedeutung, die häufig mit Verzögerung auf das Einschalten reagieren und etliche Sekunden bis zum Erreichen ihrer vollen Leistung benötigen. Das ist überall dort nachteilig, wo sofortige Helligkeit gefragt ist, beispielsweise im dunklen Treppenhaus. LED sind für diesen Einsatzbereich die bessere Wahl.

7. Was bedeutet Halbwertswinkel bzw. Abstrahlwinkel

Der Halbwertswinkel, auch bekannt als Abstrahlwinkel, ist der Bereich unter einer Lampe, der mindestens mit der Hälfte der maximalen Lichtstärke ausgeleuchtet wird. Je größer der Halbwertswinkel umso größer der Bereich den die LED mit mindestens halber Lichtstärke ausleuchten kann. Für Deckenlampen sind deshalb LED mit großem Halbwertswinkel optimal.

Lichtstrom in Lumen (Helligkeit)806 Lumen = ca. 60 Watt470 Lumen = ca. 40 Watt350 Lumen = ersetzt eine 50 Watt Halogenlampe280 Lumen = ersetzt 35 Watt
Farbtemperatur (Lichtfarbe)2700 Kelvin = warmweißes Licht2700 Kelvin = warmweißes Licht3000 Kelvin = noch warmweißes Licht, aber schon sehr hell2900 Kelvin = warmweißes Licht
Farbwiedergabeindex Ra 80808575
Lebensdauer15.000 Stunden10.000 Stunden50.000 Stunden25.000 Stunden
Schaltzyklen30.000100.000nicht angegebennicht angegeben
Stromverbrauch 7 Watt5,7 Watt3,5 Watt3,5 Watt
DimmbarkeitNicht dimmbarNicht dimmbarNicht dimmbarNicht dimmbar
Halbwertswinkel (Abstrahlwinkel)nicht angegebennicht angegeben120 Grad110 Grad
SockelgrößeE27E14GU10GU5,3

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