Tomatenpflanzen auf der Fensterbank vorziehen – So wird es richtig gemacht!

Von der Aussaat bis zum Auspflanzen in den Garten – Tipps und Tricks zum Vorziehen von Tomaten

Schon seit vielen Jahren ziehe ich mir meine Tomatenpflanzen im Haus und auf dem Balkon vor. So habe ich zum Auspflanztermin Mitte / Ende Mai schon stattliche Pflanzen, und kann so den Beginn der Erntezeit vorverlegen, und insgesamt mehr Tomaten ernten. Ich verwende nur Samen von Sorten, die gegen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule sehr widerstandsfähig sind, wie z.B. Vitella F1 Mit einfachen Sorten und auch mit den Pflänzchen, die man ab April kaufen kann habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Sie sind für diese Krankheit oft sehr anfällig. In regnerischen Sommern hat man dann eine sehr schlechte Ernte

Was braucht man für die Aufzucht?

Was man, neben den Samen natürlich, braucht:

— Anzuchterde

— Flüssigdünger (hochwertiger mit Spurenelementen)

— Kleine (Jogurtbechergröße) und große Gefäße (12-15 cm Durchmesser)

— Stäbchen zum Anbinden (Schaschlikstäbchen sind für die kleinen Pflänzchen gut geeignet)

— mind. ein großer Spiegel

Wann werden die Tomaten ausgesät?

Anfang März bis Anfang April legt man die Samen in die Erde, je 1 Korn in ein kleines Gefäß. Die Erde sollte stets leicht feucht sein. Ich sähe etwas mehr aus, als ich dann tatsächlich an Pflanzen brauche, zum Einen weil auch mal ein Korn nicht auf geht, und zum Anderen kann ich dann die stärksten Pflanzen aussuchen.
Tomaten brauchen eine recht hohe Keimtemperatur, mind. 20 Grad sollten es kontinuierlich sein. Am besten die Gefäße in einer Kiste vor eine Heizung stellen.

Wie verhindert man, dass die Pflanzen lang dünn und schwächlich (gakelig) Richtung Licht wachsen?

Um ein gleichmäßiges Wachstum zu erreichen, ohne dass die Tomaten nur in Richtung Fenster wachsen, wendet man folgenden Trick an: Sobald sich ein Keimling zeigt, muss das Pflänzchen möglichst gute Lichtbedingungen bekommen. Ich stelle meine Keimlinge vor ein hohes Fenster (weil dadurch auch etwas Licht von oben kommt). Am Entscheidensten sind aber die Spiegel: Ich stelle einen großen Spiegel (meiner ist 50x 100 cm groß) hinter meine Kiste, so dass das Licht, das durchs Fenster fällt reflektiert wird, und die Tomaten auch von hinten Licht bekommen. Auch seitlich der Kiste stelle ich je einen Spiegel auf. Ein ganzes Spiegelkabinett also. So wachsen die Tomaten relativ gerade und gedrungen nach oben, und nicht schräg und wackelig in Richtung einer Lichtquelle. Man muss aber wirklich gleich mit der Verspiegelung beginnen, nicht erst nach ein paar Tagen! Ständiges Drehen mögen sie nicht, das stört das Wachstum, die Spiegel sorgen für ein gleichmäßiges Gedeihen. Hat man keine Spiegel, kann man zur Not auch stabile Pappe oder Sperrholz mit Alufolie beziehen (glänzende Seite natürlich nach oben). Es funktioniert aber nicht ganz so gut wie mit Spiegeln.

Die Aufzucht der Tomaten-Keimlinge

In den ersten zwei Wochen kommen die kleinen Pflänzchen gar nicht raus. Sie stehen in ihrem Spiegelkabinett. Die Erde sollte stets leicht feucht, aber nicht nass sein

Etwa ab der 3. Woche dünge ich 2x in der Woche mit einem Flüssigdünger, aber erst mal nur mit der Hälfte der Dosierung, die angegeben ist. Ich nehme einen, der auch Spurenelemente enthält, auch die sind wichtig für gutes Gedeihen. Ab der 5. oder 6. Woche dünge ich dann mit der normalen Dosierung, auch 2x pro Woche.

Abhärtung bei gutem Wetter

Ab der 3. Woche können die Pflänzchen dann bei guten Bedingungen stundenweise raus. Das bedeutet, erst mal nur bei Sonnenschein rausstellen, aber nur wenn die Temperatur auch im Schatten mind. 12 Grad beträgt. Keinesfalls über Nacht draußen lassen. Die Pflänzchen sollten an kleinen Stäbchen angebunden sein und unbedingt windgeschützt stehen.
Bei schlechten Witterungsbedingungen lieber im Spiegelkabinett lassen, auch wenn das bedeutet, dass sie ein paar Tage am Stück nur drin sind.

Umtopfen in größere Gefäße

Sobald die Pflänzchen ca. 15 cm hoch sind setzte ich sie in die größeren Gefäße. Ich pflanze sie 1 cm tiefer ein, als sie bisher standen. Das sorgt für gutes Wachstum, weil sich in diesem Bereich am Stiel auch noch Wurzeln bilden.
Jetzt können sie auch mal an trüben Tagen draußen stehen, aber immer vor Wind und auf jeden Fall auch vor Regen geschützt. Es sollte aber nicht unter 10 Grad sein.

Wann kommen die Tomaten ins Freiland?

Wenn die Pflanzen ca. 30 cm hoch sind, dann können sie raus, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Je nach Region ist das Mitte oder auch erst Ende Mai der Fall. Ende Mai sind die sogenannten Eisheiligen, das sind Tage, in denen es erfahrungsgemäß vielerorts noch mal kalt werden kann. Auch beim Rausetzen kann man die Pflanzen wieder etwas tiefer eingraben, etwa 2-3 cm.

Durch die Witterungsschutz die Tomatenernte steigern

Es lohnt sich in jedem Fall, den Tomaten ein einfaches kleines Gewächshaus zu bauen. Das muss nichts Aufwendiges sein, eine einfache Konstruktion aus ein paar Latten und Folie reicht. An einer Seite sollte man die Folie hoch- und runterrollen können. Das ist wichtig, damit es den Tomaten im Hochsommer nicht zu heiß wird, und es sollte auch nicht konstant feucht im Folienhaus sein, deshalb für gute Belüftung sorgen, sobald die Folie innen beschlägt. Regelmäßig und reichlich gießen (oft wird zu wenig gegossen!), aber nur den Wurzelbereich (20-30 cm um den Stil), nicht von oben das Laub begießen. Die Pflanzen sollten gut angebunden werden, vor allem die Triebe, die reichlich Frucht angesetzt haben. Regelmäßig düngen ist auch jetzt noch wichtig.

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