Was hilft gegen die Kraut- und Braunfäule bei Tomaten?

Jahr für Jahr verhagelt sie Hobbygärtnern die Tomatenernte: die Kraut- und Braunfäule. Jeder Gärtner kennt das Problem, zunächst gedeihen die Tomatenpflanzen prächtig und setzen reichlich Früchte an. Doch dann – gleichsam über Nacht – zeigen sich braun-schwarze Flecken auf dem Laub, die rasch auf die Stängel und Früchte übergreifen und schließlich die ganze Pflanze zerstören. Ganz typisch für diese Pilzerkrankung sind die braunen Stellen auf den noch grünen Früchten. In diesem Stadium der Erkrankung ist nicht mehr viel zu retten, um die Kraut-und Braunfäule zu stoppen, muss man viel früher ansetzen.

Ein fieser Pilz sorgt für die Kraut- Braunfäule bei Tomaten

Know your enemy! Nehmen wir zunächst einmal den Feind genauer unter die Lupe. Auslöser der Kraut-und Braunfäule ist ein Pilz, der so genannte „Phythopthora infestans“. Er befällt Nachtschattengewächse und Korbblütler, im heimischen Garten ist er vor allem für Tomaten und Kartoffeln ein Problem. Die „Erdäpfel“ werden in der Regel früher als die Tomaten infiziert, der Pilz springt dann häufig von den erkrankten Kartoffeln auf die Tomaten über, wobei die Pilzsporen vom Wind übertragen werden.

Bei feuchter Witterung werden die Sporen massenhaft freigesetzt, sie bleiben auf den Tomaten haften und dringen aktiv ins gesunde Pflanzengewebe ein. Der Pilz liebt die Feuchtigkeit und tritt bei entsprechender Wetterlage verstärkt auf. Man kann auch sagen: je verregneter der Sommer umso eher bekommen die Tomaten die Fäule.

8 Tipps gegen die Kraut- und Braunfäule bei Tomaten

  1. Für Trockenheit sorgen! Tomaten brauchen einen lückenlosen Regenschutz, ein Gewächshaus oder ein einfacher Verschlag aus Holzpfosten und Folie, halten die Pflanzen schön trocken, das mag der Pilz gar nicht.
  2. Luftfeuchtigkeit reduzieren! Viele Gärtner machen den Fehler die Tomaten rundum einzupacken, in der guten Absicht sie vor Regen zu schützen. Im Gewächshaus oder unter Folie entsteht aber häufig ein feuchtes Mikroklima, welches das Pilzwachstum begünstigt. Deshalb ist unbedingt auf ausreichende Belüftung zu sorgen, es darf sich kein Tau und kein Kondenswasser bilden.
  3. Von unten gießen! Das Laub muss immer trocken bleiben! Deshalb darf man die Tomaten nie von oben gießen, sondern immer nur von unten!
  4. Hochspritzendes Wasser vermeiden. Beim Gießen aufs Erdreich spritzt in der Regel jede Menge Wasser hoch auf die Pflanze. Durch das Abdecken des Bodens mit einer lockeren Strohschicht, kann man das Befeuchten der Blätter vermeiden.
  5. Resistente Sorten wählen. Es gibt bereits einige gegen die Kraut- und Braunfäule resistente Tomatensorten. Manche Samenhersteller versprechen auch nur einer Toleranz gegenüber dem Schadpilz. Bisher habe ich noch keine wirklich resistente Sorte gefunden. In der Praxis haben alle die Fäule bekommen, Zwei Sorten erwiesen sich aber als besonders widerstandsfähig: Vitella F1 und Estrella F1. Mit ihnen konnte ich trotz Pilzbefall noch gute Ernten erzielen. Mit normalen Sorten aus der Gärtnerei oder den Baumarkt hatte ich dagegen oft Totalausfälle. Aufgrund des Geschmackes , der kompakten Wuchses und der hohen Toleranz kann ich ganz besonders die Vitella F1 empfehlen. Für mich die beste Sorte!
  6. Tomaten nie in die Nähe von Kartoffeln setzen! Wie schon gesagt, wird die Tomatenfäule häufig von Kartoffeln übertragen. Wenn kranke Kartoffeln in der Nähe sitzen ist die Infektion praktisch nicht zu vermeiden.
  7. Kranke Pflanzenteile sofort entfernen! Wenn sich die ersten braunen Stellen zeigen, muss schnell gehandelt werden. Befallenes Laub und Früchte sind restlos zu entfernen. Das mindert den Infektionsdruck und kann unter guten Umständen einen Teil der Ernte retten.
  8. Ausreichend Platz schaffen. Tomatenpflanzen dürfen nicht zu eng gepflanzt werden. Wenn sie zu dicht beisammen stehen, kann sich leicht Feuchtigkeit auf den Blättern bilden. Das macht sie anfälliger für die Kraut- und Braunfäule.

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